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| Auch die große Liebe zu den Catalanen erfährt hin und wieder ihre Rückschläge. In Barcelona kann es zur Zeit einfach kaum noch junge Menschen mit sehr wenig Geld, ranzigen Jogginghosen und filzigem Haarschopf geben, denn offensichtlich hat es die dortige Stadtverwaltung geschafft, jedem Straßen- und Brückenbewohner ein Oneway-Ticket nach Berlin in die Hand zu drücken. Speed und GHB gibt es dann vom Reiseleiter am Flughafen Schönefeld - aber natürlich erst nach der Ankunft und wenn die Herrschaften unterschrieben haben, nicht unter 14 Tagen in Berlin zu bleiben. Schlafen kann man auf Parties oder besonders gern an den ständig mit Wumm Wumm beschallten Spreestränden. Und schon während der Love Parade hat diese Gruppe von No Budget Touristen einen neuen Berufsstand in Berlin ausgemacht, dem man jetzt in rabiater Art und Weise die Existenzgrundlage klaut: Der Pfandbecher- und Pfandflaschenschnorrer. Zwischen Ravertankstelle Jannowitzbrücke und Warschauer Platz liegt sein Arbeitsgebiet. Aufgrund der anhalten Draufheit fällt es ihm schwer, seine Claims abzustecken, denn dann müßte man erst einmal oben und unten, links und rechts auseinanderhalten können. Die etwas drogenerfahrerenen Barcelona-Asseln sind da ganz ander gestrickt! Lautstark in Gruppen von drei bis vier häufig als Rastas verkannten Sammeltrupps nähern sie sich ihren Opfern und reißen ihnen die halbvollen Pfandbecher aus der Hand, um sie: (a) auszutrinken und (b) abzugeben und das Pfand einzuheimsen. Erfahrene Berliner ergreifen deshalb beim Erklingen catalanischer Kampfesrufe ihre Getränke und leeren Flaschen, um sie gegendie Angreifenden zu verteidigen. Insofern ein taktischer Vorteil für den höflichen Berliner Flaschensammler, der die einsetzende Entspannung nach dem Angriff auszunutzen weiß. Wieder was dazugelernt! | ||
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| Ganz neu: Wir aus Brandenburg verlagern unseren Tankstellenspot von Baruth oder Paplitz rein in die Stadt und belagern einfach mal eine Tankstelle, die zwar auch am Arsch der Welt aber trotzdem in Mitte liegt. So zum Beispiel an der für ihren lausigen Service und die Nähe zum neuen BND-Standort berühmten RIO-Tankstelle, an der sich gestern die Dorfjugend mit Drei-Buchstaben-Kennezeichen, zum Beispiel OHV = ohne Hirn und Verstand, LDS = langweilig, dumm und 'soffen traf, um das im Berliner Zentrum ersammelte Pfandkapital und ein paar weitere Kisten Sternburger auszutrinken. Er, Anfang 20. Das weiße T-Shirt verrät den Genuß von Bockwurst (Senf) mit Brötchen (Krümel als Halsschmuck). "rischti..", "rischti...", "rischti...", "rischti...", (Pause), "rischti...", "rischti..., "rischti...", "rischti..." und dann noch mal: "rischti..." und "rischti..." sowie "rischti...", gefolgt von einem deutlich vernehmbaren "rischti...", (rülps) "rischti...", "rischti..." Da war er also. Mr. Right, aus Döberitz-Dammbruch, zu Besuch in der großen Stadt. Ganz allein wie ein Grashalm im Wind schwankend, keiner wollte sich mit ihm unterhalten, denn der Rest der Dorfjugend hatte Position A2 (rechts neben der Tankstelleneinfahrt, wo Wasser und Luft den Lebensinhalt bieten) versammelt. Also entweder wollte er mir durch das geöffnete Seitenfenster durch die Hitze der Nacht mitteilen, das er der Richtige sei oder aber er hatte die Dorfjugend mal so "rischti..." aus den Augen verloren. Rischti...! | ||
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4 Wochen WM, danach Bread & Butter, Loveparade und CSD: die Füsse halten noch. Dank 3-Wetter-Taft. | ||
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| Kaffee Burger. Dort werden die mit Abstand schlechtesten Anmachen zum Besten gegeben, die Berlin gesehen hat. Meist sind es pickelige Studenten, die ihre Kommilitoninnen erst mit Wodka abfüllen, um dann selbst strunzbesoffen die Contenance zu verlieren und sich pubertärem Gelaber über ihre eigene Intelligenz und Beschlagenheit zu widmen. Aber auch im internationalen Dialog wird keine Peinlichkeit ausgelassen: Ein paar dämliche Hühner aus den Staaten stehen im Gang und machen sich über die dämlichen Deutschen lustig: And then they say like 'Hello we gays' and 'We gays dear?'. Har, Har, Har. It sounds sooo stupid. Und schon kommt ein ziemlich besoffener Student des Weges und sagt, gleich mal so als Anmache: 'Hey, trinkt ihr auch Bier?' und 'Ihr geht doch noch nicht, oder' Sagen die Hühner: 'We nix gay'. Oh Gott. | ||
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| Es ist kein Geheimnis, das man als blonde und gut aussehende Frau im Nachtleben nur als Saftschubse ernst genommen wird. Also ich bin wie immer mit unserem chromglänzenden Vertriebsmobil unterwegs und schneie gerade ins Rosi's rein, da kommt ein Typ auf mich zu und meint: "Du, gern du, aber nicht hier, wo wir unsere Flyer hingelegt haben". "Kein Problem", sage ich und lege die von mir mitgeführten Informationsmaterialien DIREKT NEBEN seine Uncle Sallys - Flyerchen." Der blonde junge Mann bekommt feuchte Augen und fängt an zu hyperventilieren: "Neee, neee, neee, bitte, bitte - nicht hier hab ich gesagt, bitte, nee, nee, neeeee!" Ich so: "Ick bin zwar blond aber blöd bin ich nicht. Du siehst doch, die liegen daneben!" "Ja du sonst gerne, du, aber heute, du! Neee! Neee! Wir haben uns total viel Mühe damit gegeben, das hat alles so seinen Sinn, Du!" Langsam geht er mir auf die Nerven. "Alter, ick leg' jetzt hier meinen Kram da hin, wo der immer liegt, OK?" NEEEE. NEEEE! Das geht nicht!" Jetzt will er mein (!) Magazin einfach so abräumen. Da wird's mir zu bunt und wir ringen ein wenig um die Flyer, die er nicht hergeben will - "was bist'n so aggro ey" - brüllt er mich mit verzweifelter Miene an. "WAS BISTN SO AGGRO - ICH HABE GESAGT: NICHT DA WO UNSERE FLYER LIEGEN!" ...Ich schau mich um: Das ganze Rosi's und alle verfügbaren kleinen Tischchen, selbst die Seitenkanten vom Kicker, die Küche, das Wohnzimmer und die anderen Räume sind wie bei einer Hochzeit komplett mit in Fächern ausgelegten Flyern belegt, Stuhl- und Sessellehnen inbegriffen. Da bekomme ich Panik, ob der Escherschen Muster von Flyern, die mir selbst bei geschlossenen Augen Uncle Sally's - Veranstaltungen anpreisen und reiße ihm endgültig die Berliner Nacht aus der Hand. Schnell raus hier! Ein Wahnsinniger! | ||
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| Es ist nicht schön, was einem als Frau so in der Nacht an Urinierszenarien geboten wird. Es ist schon eine Weile her - aber dank der Ereignisse am letzten Wochenende (kiekste mal weiter unten) fiel mir einiges wieder ein. Es ist jetzt nicht so, daß ich mit dem Fernglas nachts vor den Clubs rumhänge, weil einem da so phantastische Ansichten geboten werden, im Gegenteil. Es regiert der verstörte Speedzwerg, der kaum über die Schiesser-Feinripp-Kante drüberkommt. Naja, also zurück zum Thema: Das klassische Szenario. Taxi hält vor dem Moskau und es sind ja schon einige Meter, die es im vollgedröhnten Zustand in einer Art Hindernisparcour zu überwinden gilt. Zwei völlig verrallerte Gestalten fallen aus dem Taxi, einer schafft die orientierende Peilung in Richtung Eingang, währendessen Raver Nummer Zwei in ungefähr 45 Grad hinwegschießt und mit einigem Tempo seitlich in Richtung Betonblumenklötze stürzt. Au! Kniestopper aus Beton. Das ist ja noch einmal gut gegangen denke ich mir, da rappelt sich Raver Nummer Zwei wieder aus dem halbleeren Blumenkübel hoch und hält ein größeres Stück Rindenmulch in der Hand, das er offensichtlich für sein klingelndes Mobiltelefon hält. Kein Wunder. Raver Nummer Zwei geht ran, hält sich das Ding ans Ohr und: Na klar, öffnet mit der anderen Hand die Hose, die ohnehin bereits auf halb acht hing. Das Ding fällt ihm über die Knie, es geht weiter im gespreizten Entenmarsch Richtung Eingang, damit die Hose nicht verlorengeht. Jetzt bloß nicht aufhören zu telefonieren. Verzweifelt versucht Raver Zwei die recht altertümlichen Buxen am Eingriff zu öffnen, doch - oh! Oh! Oh! Zu spät. Das weiße Baumwollmodell beginnt sich Richtung Schwerkraft eigentümlich zu wölben, sich gelb zu verfärben und der ganze Kram die Beine hinab und als Wasserfall aus der gebeutelten Hose. Was soll's, das trocknet wieder. Also Handy in die Hemdtasche stecken, Hose hoch und jetzt mit etwas mehr Konzentration in Richtung Eingang, schließlich will man heute noch was erleben. Doch selbst die mit allen - äh - Wassern gewaschenen Türsteher ziehen sich angesichts des Trauerspiels vor dem Eingang hinter die Tür zurück. Dumm gelaufen... | ||
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| Wäre ich der Chef vom Ibis-Hotel gegenüber der Maria, ich würde den Bürgersteig am Wochenende mit einer Pissrinne versehen und Eintritt nehmen. Besonders dann, wenn die feinfühligen und sensiblen Brandenburger in die Hauptstadt kommen, um druckbetankt wie ein Ferrari aus dem Auto zu fallen und innerhalb von nicht mehr als fünf Sekunden aus der mehr oder weniger geöffneten Hose ein dicker Urinstrahl in die Berliner Nacht plätschert. Er, ca. 30 Jahre, wahrscheinlich von der bäuerlichen Feldarbeit so braungebrannt und muskulös, öffnet nach offensichtlich strapaziöser Fahrt die Tür des tiefergelegten Opels, um mit einem Neigungswinkel von ca. 24 Grad in Richtung "Breakfast Lounge" des Hotels zu mäandern. Gekonnt öffnet er dabei die schick mit Cordabsätzen versehenen Stone Washed Jeans und kommt auf seinen leicht plateauisierten Schuhen vor der bis zum Boden reichenden Panoramascheibe des, um diese Zeit von Handlungsreisenden in mausgrauen Anzügen und Musterkoffern auf einen Absacker heimgesuchten, barähnlichen Frühstücksraumes zum Stehen. Der glattrasierte Baunerschädel fällt samt Inhaber zur Absicherung nach vorn an die Scheibe. Bumm. Kurz darauf ergießt sich ein warmer Strahl in einer Art Wasserspiel die Scheibe hinunter, um die mit viel Liebe angelegten artifarti - Blumenrabatte mit einer Mischung aus nicht zugelassenen Betäubungsmitteln und den nierengefilterten Resten eines Kastens Sternburg zu benetzen. Die Mausgrauen verharren starr und in voller Negation der Ereignisse noch ein wenig mehr frustriert hinter dem Wasserspiel. So will uns der liebe Gott zeigen, daß es gleichermaßen beschissen sein kann, vor oder hinter dieser Scheibe zu existieren und das es nicht rechtens ist, über frustrierte Männer in mausgrauen Anzügen zu lachen, nur weil sie auf mit einem Absacker in der Hand (na gut, die kleine lauwarme Flasche Landwirth links in der Manteltasche kommt auch noch dran) im Plastikhotel auf einen weiteren frustrierenden Tag als Außendienstmitarbeiter eines synthetische Kabelummantelungen herstellenden asiatischen Konzern warten. | ||
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Hallo, ich bin die Susi. | ||